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Unsicherheiten im ersten Lebensjahr – wie eine gezielte Lotsenberatung entlastet

Bei den ersten Untersuchungen in ihrer Kinderarztpraxis zeigt sich schnell: Frau S. hat viele Fragen zum Alltag mit ihrem wenige Monate alten Kind. Besonders die anfänglichen Stillprobleme verunsichern sie. Die Praxis vermittelt sie daher an die Kinderlotsin – ein niedrigschwelliger Schritt, der der Mutter sichtlich guttut. Der Termin findet in einer nahegelegenen Familienbildungseinrichtung statt. Frau S. erscheint leicht verspätet, entschuldigt sich mehrfach und wirkt bemüht, „alles richtig“ zu machen. Sie achtet darauf, dass ihr Kind nicht laut wird, und hält stets eine Milchflasche bereit. Die Kinderlotsin beginnt behutsam und erkundigt sich nach der Situation zu Hause. Frau S. berichtet, dass ihr Kind zunächst nicht an der Brust saugen konnte. Die Hebamme fand die Ursache: ein zu kurzes Zungenbändchen. Nach der Korrektur klappt das Stillen inzwischen gut; unterwegs pumpt sie Milch ab.

Mutter mit Baby auf dem Arm,

Ein erster praktischer Punkt ist der Elterngeldantrag, den Frau S. aufgrund des turbulenten Starts noch nicht gestellt hat. Die Kinderlotsin geht ihn gemeinsam mit ihr durch. Wichtiger für die Mutter ist jedoch der Wunsch nach Anschluss: Im Umfeld gibt es kaum andere Eltern mit kleinen Kindern, beide Elternteile fühlen sich zum Teil allein mit ihrer neuen Situation. Gleichzeitig möchte Frau S., dass ihr Kind früh Kontakt zu Gleichaltrigen hat.

Sie spricht auch über Unsicherheiten in der neuen Elternrolle. Der Vater unterstützt engagiert nach der Arbeit, doch da es für beide das erste Kind ist, kommt es im Alltag zu unterschiedlichen Herangehensweisen – etwas, das sie verunsichert. Die Kinderlotsin hört zu, strukturiert die Themen und stärkt die Mutter: Sie macht sichtbar, wie viel Frau S. bereits geschafft hat und wie gut es ihrem Kind geht. Finanzielle Fragen und die Elternzeit werden gemeinsam geordnet.

 
  • Die Kinderlotsin empfiehlt das Projekt „Willkommenstage“ – ein strukturiertes Angebot, das Eltern über ein Jahr hinweg begleitet:
  • fester Austausch in einer konstanten Gruppe alle zwei Wochen 
  • regelmäßige Besuche einer Familienbegleiterin zu Hause
  • halbjährliche Familiensamstage mit Partnern

Frau S. zeigt großes Interesse und bittet darum, dass ihre Kontaktdaten weitergegeben werden. Sie äußert große Dankbarkeit für das Gespräch, das ihr half, die anfänglichen Schwierigkeiten neu einzuordnen und ihre eigenen Ressourcen zu erkennen.

Zwei Wochen später erkundigt sich die Kinderlotsin telefonisch. Die Vermittlung hat funktioniert: Frau S. hatte bereits ein Gespräch mit der Familienbegleiterin und einen Kennenlerntermin vereinbart. Sie freut sich darauf, andere Mütter kennenzulernen und Unterstützung im ersten Lebensjahr zu erhalten. Frau S. ist sehr dankbar für das Gespräch. Sie konnte erneut über die anfänglichen Schwierigkeiten mit ihrem Kind berichten, die Sie aber gemeinsam mit ihrem Mann gut gemeistert hat. Zudem ist es möglich auch Fragen zum Elterngeld abschließend zu klären, damit sie diesen rechtzeitig an die Elterngeldstelle senden kann, um kein Geld zu verlieren.

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